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October 21st, 2009Rottet fröhlich vor sich hin: Bluetooth
February 23rd, 2009Ein ausländischer Fernsehsender hat mich um ein Interview gebeten und aus praktischen Gründen kann ich weder zum Aufnahmestudio noch können sie ein Kamerateam nach Göttingen schicken. Bleibt also neumodisches Zeugs, Skype mit einer Videokamera. Eine Webcam ist nicht vorhanden, die eingebaute Kamera in meinem Netbook hilft bei der Unterscheidung zwischen hell und dunkel. Also bindet man eine DV-Kamera via Firewire ein. Bleibt der Ton, ein schönes Studimikro liegt hier auch nicht, die eingebauten Mikros in Notebooks nehmen mehrheitlich das Rauschen des Gerätes auf. Headsets sehen grottig aus. Heute mal darum ein Bluetooth-Headset gekauft und nachher festgestellt, dass Bluetooth-Profile für “Handsfree” unter Windows nicht bekannt sein. Einer der brauchbaren Treiber ist kaum noch im Netz zu finden, nachdem die Firma von Broadcomm gekauft wurde und Lenovo.com/ibm.com hatte heute seinen Bummelstreik-Tag. Der Lag zwischen Ton und Video beträgt derzeit gut eine Sekunde, die Qualität ist eher unterirdisch (zwei gefühlte Leistungsklassen über Webcams). Effektive Reichweite des Bluetooth-Headsets: 40cm Luft.
Wenn Videokonferenzen oder Videointerviews über Skype das derzeit bequemste sind, was man im unteren – ichwilldochkeinenkonferenzsaalbauen – Preissegment bekommt, haben wir noch etwas Entwicklungsarbeit vor uns.
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Super! DFB führt Konjunkturpaket für Anwälte ein!
February 22nd, 2009In einem langen Blogposting erklärt Jens Weinreich, warum er nun doch Spenden für seinen Rechtsstreit mit dem unglaublichen DFB-Demagogie-Experten Theo Zwanziger annimmt. Bisher haben zwar die Gerichte zugunsten von Weinreich entschieden, aber in dieser Situation bleibt er auf einigen (eigenen) Anwaltskosten sitzen, von Verdienstausfall und emotionaler Belastung ganz zu schweigen.
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Literatur kubikzentimeterweise
February 21st, 2009Vor mir liegt “Dieter Hildebrandt: Die Neunte. Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs” als Hardcover aus dem Hanser-Verlag. 512g schwer, 376 Seiten lang mit viel Text und ein paar Bildern. Als PDF kämen wir bei sorgfältiger Komprimierung mit Bildern ungefähr auf ein Megabyte, ohne vielleicht 300 KByte.
Das “N” in Die Neunte ist ungefähr 1,5 cm hoch. Genauso wie eine dieser modernen microSD-Karten mit derzeit maximal 16 GByte Speicherkapazität. 1 Gramm schwer. Grob gerechnet und mit plusminus eine Zehnerpotenz vermutlich 16.000 Bücher, deutlich leichter als der Schutzumschlag für ein physisches. Wer es jetzt unfair findet, den 1g schweren Speicher mit dem ganzen Buch zu vergleichen, nimmt halt noch ein Lesegerät dazu, die wiegen knapp 300g.
Seit der Vorstellung der ersten microSD-Karten ist der Preis pro Gigabyte etwas über den Faktor 100 gefallen, je nach Datenlage. Im September 2005 gingen 64, 128 respektive 256 MB-Karten für 17.99, 22.99 und 64.99 US-Dollar über den Tresen. Heute sind wir bei 14,79 für eine 8 GByte-Karte. Genauere Marktdaten können diese Entwicklung etwas feiner darstellen. Ist man jetzt einmal so naiv und führt die Reihe weiter, stehen Ende 2012 Speicherkarten dieser Größe mit einer Kapazität von einem halben Terabyte für ungefähr 10 Dollar im Regal. Wer kein Moore-Optimist ist, kann einfach hilfweise von 100 GByte für 25 Euro ausgehen, die Details sind unerheblich.
Das Jahr 2013: Die Kosten für einen tragbaren Datenspeicher, der den Bestand einer gut sortierten mittelgroßen Bibliothek von vielleicht fasst, werden auf dem Niveau einer Kino-Eintrittskarte liegen.
Natürlich können wir alle viel verschwenderischer werden und hochauflösende Bilder, Rohdaten, Audiotracks, Begleitsoftware und kleine Videoschnipsel einbinden. Aber selbst dann werden wir nicht arm werden, den kompletten Bestand lieferbarer Bücher aller deutschen Verlage zu speichern, wenn, ach wenn da nicht die leidige Frage nach der Bezahlbarkeit der Inhalte selbst stünde. Langendorfs Dienst gibt den durchschnittlichen Preis eines verkauften Buches bei knapp 10 Euro an. Wir können davon ausgehen, dass der Durchschnittspreis aller angebotenen Bücher darüber liegen wird. Auch hier wieder, die mehr als nur die Größenordnung ist ja letztlich egal, ein grober Überschlag (für das Jahr 2012):
- Kosten für ein Ebook-Lesegerät: 300 Euro
- Kosten für eine oder mehrere Speicherkarten für den kompletten Bestand aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher: unter 100 Euro
- Kosten für den Erwerb von je einem Buch aus dem VlB: irgendwas um die 10-20 Millionen Euro
Unberücksichtigt sind Weltwirtschaftskrisen, Systemwechsel der Wirtschaftsordnung oder die Einführung einer Kulturflatrate. Teile davon könnten aber mitunter hilfreich sein, um 2012 herum als Nichtmillionär eine solche Speicherkarte füllen zu können, ohne sich strafbar zu machen.
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Karmic Koala – schneller booten und so weiter
February 20th, 2009Mark Shuttleworth hat seine Vorschläge für Ubuntu 9.10 alias Karmic Koala vorgestellt. Drei “features” sind dabei explizit genannt:
- Server sollen Amazon-Dienstleistungen wie EC2 besser nutzbar machen
- Desktops sollen optisch schöner booten
- Desktops, insbesondere Netbooks sollen schneller booten:
“The goal for Jaunty on a netbook is 25 seconds, so let’s see how much faster we can get you all the way to a Koala desktop.”
Das Ziel von 25 Sekunden für einen Kaltstart auf einem Netbook halte ich für sehr ambitioniert, ohne händische Verbesserung ist man derzeit mit einem Booten von einer SD-Karte mit knapp einer Minute dabei. Aber es sind ja noch fast zwei Monate bis zum eigentlichen Erscheinen von Jaunty / Ubuntu 9.04.
Man sieht sich also in 8 Monaten wieder.
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Fragen an Frau Falk, derzeit unbeantwortet
February 19th, 2009Frau Falk, Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, findet, dass es unverantwortlich ist, gegen die Zensurinfrastruktur zu argumentieren, die unsere Familienministerin derzeit implementieren lassen will. Ihre Ansichten wecken durchaus Interesse bei abgeordnetenwatch.de und sorgen für Nachfragen:
- Sachliche.
- Präzise.
- Informative.
- Elementare.
- [nachtrag 20.02.2009:] Hintergründige.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Fragesteller hier eine Antwort in der Geschwindigkeit erhalten werden, wie die Pressemitteilung herausgeschickt wurde. Zu jeder Frage kann man sich registrieren lassen und erhält eine Email-Benachrichtigung, sobald Frau Ilse Falk oder ihre Mitarbeiter geantwortet haben.
Tags: CDU, Ilse Falk, internetfilterVerwandte Artikel
Zeitschriftentodeslisten, anyone?
February 18th, 2009Von Retromedia.de kennen wir die wunderbare Tradition des Zeitschriften-Nekrologs. So etwas ist – zumindest wenn man rechtliche Fragen ignoriert – natürlich noch viel spannender bei in die Zukunft gerichteten Listen. Helfer ist hier die allseits bekannte Finanz- Wirtschafts und Weltsinnkrise, die in den letzten Wochen ein paar prominente Opfer gefordert hat. Sie wird beitragen, dass durch die erhöhte Ablebefrequenz mehr “Zufallstreffer” möglich sein werden.
Dank IVW hat man ein paar Hinweise (jeweils Quartal 4, 1998 vs. Quartal 4, 2008 – Verkauf)
- Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten: 163.836 vs 134.098
- Abendzeitung Gesamt: 180.124 vs. 142.952
- Die Aktuelle: 504.689 vs. 371.507
- AMICA: 314.979 vs. 161.785
- und so weiter
Hat jemand eine Liste der Zeitungen und Zeitschriften, die in den nächsten 42 Wochen den Weg des Irdischen gehen werden? Wenn ja, bitte veröffentlichen zur allgemeinen Erheitung.
Tags: Finanzkrise, Zeitschriften, ZeitungenVerwandte Artikel
Heavy Metal auf Finnisch
February 17th, 2009Wer derzeit in der kompletten Wikipedia suchen will, hat es nicht leicht. Die konkrete Suchanfrage muss mitunter für viele Sprachen neu angepasst werden, in der Regel auch bei Namen. Wenn ich alle Inhalte über Helmut Kohl in Wikipedia finden will, hilft mir natürlich beispielsweise bei google folgende Anfrage:
Helmut Kohl site:wikipedia.org
Wer will, kann auch nach “Helmut Kohl” suchen und findet dann keinen “Helmut Josef Michael Kohl” mehr, dafür auch keinen “Helmut Fischer und Johannes Kohl”.
Der Artikel הלמוט קוהל in der hebräischen Wikipedia wird nur gefunden, weil in der Infobox auch seine Schreibweise auf lateinisch steht. 34 andere Treffer gehen unter und werden erst via
"הלמוט קוהל" site:he.wikipedia.org
gefunden. “” sind auch hier wieder Geschmackssache.
Mit einer Zeile in der Shell kann man aus einem einzelnen Dump der Wikipedia eine Liste der Interwikilinks extrahieren, die bei dieser Übersetzungsarbeit hilft. Das Resultat ist dann ungefiltert und hilft bei vielen Begriffen recht angenehm weiter:
Sozialstaat ca:Estat del benestar cs:Sociální stát en:Welfare state eo:Sociala Ŝtato es:Estado Social et:Heaoluriik fi:Hyvinvointivaltio fr:État-providence gl:Estado social he:מדינת רווחה it:Welfare state ja:福祉国家論 ko:복지국가 nl:Welvaartsstaat nn:Velferdsstat no:Velferdsstat pl:Państwo opiekuńcze pt:Estado do bem-estar social ru:Социальное государство sk:Štát blahobytu pl:Cătălin Hîldan ro:Cătălin Hîldan
Und jetzt sind wir eigentlich schon mittendrin in dem typischen Anwendungsszenario:
- Ich tippe meinen Suchbegriff ein (z.B. Keuchhusten)
- Der Suchbegriff wird in x Sprachen übersetzt ( en:Pertussis, es:Tos ferina, fi:Hinkuyskä,fr:Coqueluche,he:שעלת,hu:Szamárköhögés..)
- Zu jedem Paar der Übersetzung wird in der Wikipedia-Sprachausgabe gesucht: Keuchhusten site:de.wikipedia.org, Pertussis site:en.wikipedia.org, Tos ferina site:es.wikipedia.org…)
- Die Suchtreffer werden zurückübersetzt (en, es, hu) und in einer gemeinsamen Trefferliste dargestellt.
Nicht nur darum freue ich mich auf die Arbeit von Daniel.
Tags: Interwikilinks, Suche, WikipediaVerwandte Artikel
Meine Fragen an Ilse Elisabeth Falk (CDU/CSU) zu Kinderpornointernetsperren
February 16th, 2009Heute hat Ilse Elisabeth Falk, MdB, eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie ihrer Kollegin von der Leyen ein wenig Unterstützung aussprechen will für ihre Pläne, auch im Internet aktiv bei Kinderporno wegzusehen. Ich habe versucht, einen Telefontermin mit Frau Falk zu bekommen, bin aber leider gescheitert (es gebe wenig zu besprechen, solange noch nichts beschlossen sei. Mein Einwand, dass gerade dann ein Gespräch sich lohnt, drang nicht so sehr durch). Also habe ich bei abgeordnetenwatch.de ein paar Fragen an Frau Falk eingestellt:
Sehr geehrte Frau Falk,
Sie haben heute eine Pressemitteilung (http://www.ilse-falk.de/_ilsefalk/Album/4ddb8a86-7940-453f-a699-978131a650ff.pdf) versenden lassen, in der Sie das “Störfeuer” gegen die Einführung von Internetsperrlisten in Deutschland kritisieren. Zur Ausgestaltung dieser Sperrlisten habe ich nachfolgende Fragen an Sie. Dabei interessiert mich primär Ihre persönliche Ansicht, welche Regelung Sie bevorzugen.
1. Auf welche Weise sollen die Listen auf mögliche Fehler überprüft werden, konkret auf nicht-kinderpornographische Seiten, die irrtümlich auf diese Liste geraten sind?
2. Welche Entschädigungsregelung bevorzugen Sie für die Inhalteanbieter und Internetkunden, die irrtümlich gesperrt wurden?
3. Sollen auch kinderpornographische Seiten in die Sperrliste aufgenommen werden, die in Ländern stehen, in denen eine strafrechtliche Verfolgung der Anbieter möglich (und erfolgversprechend) ist, beispielsweise Deutschland, Frankreich oder Finnland?
4. Auf welche Weise vollen Sie verhindern, dass die einmal errichtete Infrastruktur für die Sperrung von Webseiten auch für andere Zwecke außer Kinderpornographiesperrung eingesetzt wird, also zum Beispiel Urheberrecht, Markenrecht oder Rechtsextremismus?
Für Ihre Antworten bedanke ich mich sehr herzlich bei Ihnen.
[update: Die Frage kann derzeit nicht gestellt werden, weil derzeit schon eine - leider sehr polemische - Frage zu dem Thema bei abgeordnetenwatch an die Abgeordnete Falk steht.]
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Gesichtete Versionen auf de.wikipedia.org: Feine Sache
February 15th, 2009Philipp Birken hat auf wikide-l einen Bericht über die Gesichteten Versionen verteilt:
Am 4. Februar waren alle Artikel der deutschsprachigen Wikipedia mindestens einmal gesichtet. Seitdem müssen also nur noch Neuanlagen von Nichtsichtern angeschaut werden. Im Schnitt waren es vorher über 1.000 erstmalige Markierungen von Artikeln pro Tag, diese kommen nun den Nachsichtungen zu gute, so dass die Anzahl an Seiten mit noch nachzusichtenden Änderungen in einer Woche von fast 13.000 auf um die 5.000 gefallen ist (siehe http://toolserver.org/~aka/cgi-bin/reviewcnt.cgi?lang=german&action=images&project=dewiki letztes Bild). Wichtiger ist, dass die maximale Wartezeit von 16 Tagen auf nun unter 7 Tage gefallen ist, womit wir uns endlich in einem akzeptablen Bereich bewegen. Ziel ist es, diese Zahl bis Dienstag auf 5 Tage zu drücken (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gesichtete_Versionen/Nachsichtung). Der Median, wann eine Änderung eines Nichtsichters als gesichtet markiert wurde, bewegt sich weiterhin im Stundenbereich.
Fettdruck von mir.
Daten über den aktuellen Zustand findet man bei aka.
Vorschläge zum Mithelfen in der Wikipedia.
Tags: gesichtete versionen, stable version, Wikipedia